Virtuelle Gewalt macht nicht gewalttätig (Neue Studie)
Ich halte sonst ja nicht besonders viel von der Hirnforschung und ihren schönen simulierten Bildern von aktivierten Hirnarealen. Aber die Studie von Dr. Thorsten Fehr fand ich doch erwähnenswert, da sie (wenn auch in der Sprache der Hirnforschung) eine These bestätigt, die schon lange gegen die Vermeintliche Förderung realer Gewalt angeführt wird. Auf die Frage in einem Interview mit dem ZDF, was im Kopf von Spielern vorgeht, wenn sie Gewaltinhalte sehen, die sie emotional packen, antwortet Dr. Fehr: “Offenbar werden neuronale Muster aktiviert, die mit den strategischen Zielen des Spiels in Verbindung stehen. Der Gewaltaspekt wird sozusagen ausgeblendet, denn es ist nicht das erklärte Ziel, einer virtuellen Person zu schaden, sondern Punkte zu sammeln und damit letztendlich das Spiel zu gewinnen.” Die virtuelle Gewalt, die der unbedarfte Betrachter wahrnimmt, spielt für den Spieler demnach kaum eine Rolle. Bei CS will man also nicht Blut spritzen sehen, sondern besser sein als der Gegenspieler, diesen überlisten und Fortschritte im Spiel erzielen. Das Spielen von “Killerspielen” hat, so Dr. Fehr weiter, “nichts mit realer Gewaltanwendung zu tun“.

